Die Erfahrung: Ein halbes Jahr in der Spielothek

Es muss nicht immer die Spielbank oder das Online Casino sein. Denn schließlich soll das Glück ja auch vor Ort liegen – in einer der zahllosen Spielhallen, die wie Pilze landauf, landab aus dem Boden sprießen. Ein Selbstversuch unseres Gastautors.

Von Marco Heinemann

Auf Glücksjagt war ich ja schon immer: Daheim in der Spielbank, unterwegs in Vegas und anderen Glückstempeln dieser Welt. Nur die miefige Spielhalle vor Ort war ferner denn je: Denn weder Optik noch das dort anzutreffende Publikum konnte mich reizen.

Mit der Reform kamen die noblen Spielos

Aber der Mief ist vorbei. Mittlerweile gibt es seit der letzten großen Reform des „kleinen Spiels“ immer mehr Ketten auf diesem Markt. Die „Spielstation“, das „Casino Fuchs“ oder auch eigene Spielhallen des bekannten Automatenherstellers Merkur locken.
Es war also an der Zeit Book of Ra & Co eine ausgiebige Chance zu geben. Los ging es mit einem Startkapital von 2.000€ Anfang Februar. Jetzt, ein halbes Jahr und ca. 25 verschiedene Spielos später gibt es ein Fazit.

Spiel, Spaß und Spannung – von wegen

Eines sei vorweg gesagt: Ja, es gibt sie, die Gewinner. 5 Forscher bei Book of Ra, ein Vollbild bei Merkur´s El Torero oder gar 5 Kugeln bei Lucky Lady´s Charm (siehe Bilder) sind keine Seltenheit. Aber um mal wirklich deftig zu gewinnen, muss viel Zeit ins Land gezogen sein! Denn in der Regel heißt es: Nichts geht mehr. Denn nur die Bank bzw. die Spielo gewinnt langfristig.

Vorweg jetzt unsere schönsten & höchsten Gewinne:

Der Knaller waren natürlich die 5 Kugeln während der Freispiele. Insgesamt gab es natürlich weitere, kleinere Gewinne. Am Ende der 6monatigen Spielphase haben wir aber nicht nur die kompletten 2.000€ verloren, sondern auch noch einige Erkenntnisse hinsichtlich der Spielhallen in Deutschland gewonnen:

  • Auch wenn Spielos heute hübscher sind und einen tollen Getränke- und Snackservice bieten, hat sich am Ambiente wenig geändert. Es ist oft miefig (trotz Rauchverbot!), dunkel und die Hallen tun viel, damit man möglichst keinen Einblick von außen erhält.
  • Das Publikum ist gelinde gesagt als anrüchig zu bezeichnen. Neben viel Süchtigen halten sich dort auch Kleinkriminelle, Geldwäscher und insgesamt ein recht zwielichtiges Publikum auf. Das hat mir nicht gefallen.
  • Thema Spielsucht: Die Branche behauptet zwar immer wieder, dieser vorzubeugen. Aber wir haben nicht einmal erlebt, dass eine Servicekraft eingriff – wenn beispielsweise ein entnervter Zocker einen Automaten penetrierte. Auch habe ich oft und immer wieder die gleichen Spieler gesehen, die zockten wie die Teufel – aber nicht so aussahen, als ob sie es sich leisten können.
  • Die Gewinnchancen sind mager. Noch nie habe ich einen so miesen Return erlebt. Oft fühlt sich der Besuch in einer Spielo eher wie offener Straßenraub an. Da gewinnt man ja im Lotto mehr, erst recht aber in einer klassischen Spielbank wie bspw. der in Duisburg.
  • Das System langweilt. Geld aufbuchen oder auszahlen zieht sich oft ewig hin. Das ist insbesondere den gesetzlichen Vorgaben geschuldet. Wer aber Stunden auf eine höhere Auszahlung warten muss, verspielt oft in dieser Zeit auch wieder einen Teil des Gewinns!

Mein Fazit: Wenig Spaß, keine Spannung, keinen Gewinn. Es ist nicht wirklich schön, sich in Spielos aufzuhalten. Und jetzt mal ehrlich: Ein angenehmer Abend in Begleitung und bei einem guten Rahmenprogramm – Events gibt es z.B. regelmäßig in der Spielbank Hohensyburg, kann die herkömmliche Spielhalle doch nichts entgegensetzen.

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